Gemeinde Bannewitz
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Windmühle

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OT Possendorf, Windmühlenhöhe 2

Windmühlen wurden in der Regel zum Mahlen von Getreide genutzt. Bockwindmühlen, die vollständig in den Wind gedreht werden, galten als die ersten Windmühlen. Später setzte sich die Form durch, wo nur noch der obere Teil, die Kuppe, mit der Flügelwelle und den Flügeln gedreht wird, die sog. Holländerwindmühle.

1691 ließ der Churfürstl. Sächß. Kriegzahlmeister Johann Lämmel, der zu dieser Zeit Lehnsherr auf den Rittergütern Theisewitz und Kleincarsdorf sowie auf dem damaligen Vorwerk Possendorf war, auf dem Käferberg in Possendorf eine Windmühle errichten. Wo er vordem das Getreide mahlen ließ und nebenbei noch, steht vielleicht in alten Akten. Die Kraft des Windes auf dieser Anhöhe versprach mehr Verlässlichkeit als das Betreiben einer Wassermühle. Lämmel wird gut beraten worden sein, zumal das Baumaterial, der Sandstein, unmittelbar an der Baustelle gewonnen werden konnte.

Possendorf Windmühle nach 1946-Archiv Hans Hauptvogel
Possendorfer Windmühle nach 1946
Quelle: privates Archiv

Seither sind 325 Jahre vergangen. Unwetter zerstörten die Flügel, Blitzeinschlag verursachte Brände. 1892, am 14. Juli nachts, rückte die Possendorfer Feuerwehr aus, um an der Windmühle und dem Wohnhaus zu löschen. Die Zerstörungen wurden beseitigt. Die 1920 aufgesetzten neuen Flügel wurden wenig später Opfer eines Orkans.
Fortan wurde die Mühle mit Rohölmotoren betrieben.

Windmühle OT Possendorf
Windmühle OT Possendorf

Die Possendorfer Windmühle war das einzige derartige Bauwerk im Osterzgebirge neben einer Vielzahl von Wassermühlen. Die 1946 durch die Anbindung an das Nebengebäude erfolgte bauliche Veränderung an der Mühle ließ keine Drehbewegung der Kuppe mehr zu, so dass dieses Merkmal einer Holländerwindmühle seitdem nicht mehr vorhanden ist.
Dass das Mühlendasein nicht immer einträglich gewesen sein kann, geht aus dem häufigen Eigentümerwechsel, besonders infolge Subhastation [Versteigerung/Zwangsversteigerung], hervor.

Einen besonderen Reiz hat die Mühle auf die Maler ausgeübt. So kennen wir Bilder von ihr mit Flügeln: Ölgemälde von Ernst Heckel (er nennt sie 1907 „Die Mühle bei Goppeln“) und ohne Flügel: Aquarell von Fritz Winkler (nach 1945).

Früher wanderten die Schüler der umliegenden Schulen zur Possendorfer Windmühle; das gehörte zur Heimatkunde. Durch die strukturellen Veränderungen in der Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten hat die Windmühle als wichtiges Bindeglied in der Nahrungskette an Bedeutung verloren. Sie ist dennoch als technisches Denkmal zu erhalten und zu bewahren.

Eine Vielzahl von Veröffentlichungen hat die Mühle so bekannt gemacht, dass eine zusätzliche Wegweisung kaum nötig ist. Als Orientierungspunkt ist sie wie auch der Possendorfer Kirchturm weithin sichtbar.
Jährlich am 2. Pfingstfeiertag stehen Mühlen zur Besichtigung offen; auch die Possendorfer Windmühle ist dabei.

Wenn die Windmühle sich wieder mit Flügeln (Ruten) geschmückt und einen frischen Anstrich erhalten hat, dabei an Sonntagnachmittagen zum Besuch einlädt, ist das unbedingt ein Verdienst des jetzigen Besitzers.